Jahres-Archiv 2009

Auf dem Weg ins Winterlager

Alle Jahre wieder……auch wir koennen uns (noch nicht) der Faszination dieses Spruches entziehen und befolgen ihn somit gnadenlos. Man koennte auch ergaenzen: …..wandern die Schiffe ins Winterlager. Und da unser Winterlager etwas weiter entfernt ist (relativ), wandern wir wie jedes Jahr auf eigenem Kiel dorthin. Zumindest fast.
Aufgrund der momentanen Hoch- und Niedrigwasserzeiten geht es schon frueh aus der Koje: um 5 klingelt der Wecker um halb sechs steht das Schiff vor der Schleuse. Leider haben 2 Berufsschiffe Vorrang und wir passen nicht mehr mit hinein. Aber puenktlch um 6 Uhr sind wir dann an der Reihe und werden nach draussen befoerdert.
Dieses Jahr ist in der Hinsicht ein Novum, als dass die Crew aus drei Maennern besteht: Markus und Bagadur begleiten Werner und ich kann mich auf Taxi-Dienste beschraenken. Auch mal ganz nett. Obwohl ich ja zugebenermassen immer Fracksausen bekomme, wenn ich nicht genau weiss und aktiv mitbekomme, wie die Tour verlaeuft. Zu oft habe ich via Telefon schon irgendwelche Hiobsbotschaften zu Motorausfaellen etc. erhalten und bin dann im Tiefflug via Auto irgendwohin beordert werden um Rettungsaktiionen zu starten.

Ausgestattet mit Listen zu Bruecken- und Schleusenoeffnungszeiten, Telefonnummern und Funkkanaelen ueberlasse ich die Herren aber trotzdem ihrem Schicksal.
Abgesehen davon dass im fruehen Morgengrauen und witterungsbedingten Nebelschwaden einige Tonnen recht schwer auszumachen sind, verlaeuft die Fahrt unspektakulaer und zuegig. Bereits um 14:20 bekomme ich via Telefon die Info: wir haben noch knapp 6 Meilen bis zur Pier von Nordbeton. Wow! Haben die Jungs die Lady nun flott gemacht oder wollte sie sie einfach nur schnell loswerden und hat sich beeilt?
Mit dem Auto benoetige ich fast mehr Zeit fuer die Strecke von Verden zum Kuestenkanal wie das Schiff von Bremerhaven bis Oldenburg, da offenbar alle die Langsamkeit des Fahrens fuer sich entdeckt haben. Dazu kommen Geschwindigkeitsbegrenzungen etc. Aber auch ich schaffe es irgendwann, anzukommen und die Drei falten sich in mein Auto. Zurueck bleibt ein abgeriggtes, immer wieder merkwuerdig nackt anmutendes Segelboot. Wie oft haben wir nun hier schon fest gemacht….. - immer wieder fahren wir mit einem mulmigen Gefuehl im Bauch weg. Passiert ist unserem Boot hier allerdings bislang noch nichts, weder durch Schwell der vorbeifahrenen Berufsschifffahrt noch durch sonstige widrigen Umstaende. Toi, toi. Morgen abend sind wir auf jeden Fall wieder hier. Die letzte Nacht an Bord und dann geht es am Samstag via Kran auf den Tieflader und in die Halle. Same procedure as every year!

Cuxhaven

22.30 –Cuxhaven –Yachthafen: schauriges Gewimmer und fliegende Wolken. Eine halbe Orangenscheibe steigt am wolkenverhangenen Himmel auf, schimmert leicht durch den dunklen Schleier, wird klarer um sich gleich darauf hinter der naechsten dicken Wolke wieder zu verstecken. Perfekte Kulisse fuer einen Gruselfilm!? Aus dem Faehrhafen laeuft noch ein hell erleuchtetes Schiff – eine Faehre um diese Uhrzeit? Wohl kaum! Draussen ziehen die grossen Poette im Fahrwasser Richtung Hamburg die Elbe hinauf, hier drinnen im Hafen bewegt sich das Boot zwischen den Festmachern und drueckt gegen die Fender. Ich ziehe den Reissverschluss meiner Regenjacke hoeher und denke mit Schaudern an den nahen Herbst und Winter. Der Hund hat es eilig, aufs Schiff zu kommen, stuerzt sich foermlich zwischen die Boote um hochgehievt zu werden. An Deck wird dann erstmal ausfuehrlich inspiziert, ob auch noch alles in Ordnung ist. Wir sind alle drei froh, uns in die warme, weitgehend trockene Kajuete zurueck ziehen zu koennen.

Schlafplatz im Salon

Cuxhaven, teuerster Hafen unseres Urlaubs – morgen soll es endlich zurueck nach Bremerhaven gehen.
Unser bisherigen Versuche, dorthin zu kommen, waren ja klaeglich gescheitert. Zuletzt am vergangenen Wochenende, als Werner und Heiner trotz widrigen Wind- und Wetterverhaeltnissen Richtung BHV gestartet waren, um nur zwei Stunden spaeter wieder zu wenden. Ein Fischernetz (was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten) hatten Schraube und Welle ausser Gefecht gesetzt. In Vorwaehrtsfahrt gab unsere Welle lediglich ein schabendes, kratziges Geraeusch von sich, rueckwaerts ging einigermassen. Auf dem Weg nach Cuxhaven wurde das Problem zwar weitgehend durch mehrmalige Gangwechsel geloest, aber eine Rest-Unsicherheit blieb und so wurde ein Taucher beauftragt, das ganze zu inspizieren. Gefunden wurden noch ein paar Restfaeden eines Netzes. Ob sich noch etwas in die Schraube hinein gefressen hat, wird sich dann im Winterlager zeigen. Jedenfalls mussten wir dadurch noch einige Tage laenger in Cuxhaven verbringen. Ein Schicksal, das wir allerdings aufgrund der schlechten Wetterbedingungen mit vielen Seglern teilten. Insbesondere der Weg in die niederlaendischen Gewaesser blieb den Schiffen mit diesem Ziel lange versperrt. Wer es wagte und in den Nachtstunden auslief, kehrte meist reumuetig nach einigen Stunden wieder zurueck!

Algen im Tank


Samstag, 29.08.2009

19:59 Brunsbuettel Liegeplatz am Ausweichsteg hinter der Bunkerstation… So hatten wir uns den Verlauf des heutigen Tages nicht vorgestellt! Um 6 Uhr in der Frueh heisst es „Leinen los“ im Gieselaukanal bzw. von der Liegemoeglichkeit vor der Schleuse zum G.kanal. Man liegt dort sehr idyllisch, wenn auch ohne jegliche Versorgungsmoeglichkeiten oder sanitaeren Anlagen auf einer Wassertiefe von 2,5-2,70 laengsseits an je einem langen Steg auf jeder Kanalseite. Beim Anlaufen der Stege ist Abstand vom Ufer zu halten: wir hatten kurzzeitig Grundberuehrung und unser Log sprach von 2,30 Tiefe!!! Auch die Zufahrt ist nicht gerade ueppig bemessen vom Tiefgang, es reicht so gerade eben noch fuer uns.

However, wir also los, denn das Etappenziel fuer heute heisst Cuxhaven. Ca. 9:16 nochmal festgemacht vor der Schleuse Brunsbuettel, eine groeßere Hunderunde ist jetzt dringend notwendig. Unser Hund hat ja auch seine Beduerfnisse. Nach Ruecksprache mit der Schleuse wird uns mitgeteilt, dass wir mit der Gina R um ca. 11:45 schleusen koennen. Die kommt auch fast puenktlich ums Eck, wir hinterher, festgemacht, vor Gina R. aus der Schleuse. Super! Das Wetter laesst zwar heute zu wuenschen uebrig, immer wieder Regenschauer und auch heute noch ordentlich Wind auf dem Kanal (wenn auch bedeutend weniger als gestern: 32 kn und das auch noch auf dem Kanal und aus West!!!). Unter Maschine laufen wir Richtung Cux, vor uns ein Schiff der Kuestenwache, einige groeßere Poette, die Richtung Schleuse laufen und jede Menge Segelboote: Regatta, daher auch die K.wache. Wir ueberlegen noch, ob wir ueberhaupt Segel setzen koennen bzw. ab wann, da geht die Drehzahl unserer Maschine langsam aber stetig runter, schliesslich setzt der Motor ganz aus. Werner stellt die Dieselfilter um, wir starten die Maschine und nach einigem Geziere laeuft sie wieder. Aufatmen? Nee, zu frueh gefreut! Das Spiel wiederholt sich noch 2mal, zwischenzeitlich haben wir die Fock ausgerollt und versuchen uns so, einigermaßen vom flachen Wasser frei zu halten. Ein anderes Segelboot unter Motor wollen wir auf uns aufmerksam machen. Aber die scheinen auch ein Problem zu haben, sind mit irgendetwas an ihrem Bug stark beschaeftigt. Also auf Kanal 16 die Kuestenwache (ist ja in Sichtweite) rufen. Es meldet sich das Rettungsboot Gillis Gulbrandson. Auf Kanal 10 wird der restliche Funkverkehr abgewickelt, das Rettungsboot will unsere Position wissen und welche Tonne in der Naehe ist. Ich flitze staendig zwischen Funke und Cockpit hin und her. Da sehen wir die Retter auch schon auf uns zukommen! Wir uebernehmen die Schleppleine und werden zurueck nach Brunsbuettel gezogen. Nicht so einfach, auf der Heckwelle des Schleppers zu surfen und dabei Kurs zu halten. Werner hat mit dem Ruder gut zu tun. Und ich bange nur, dass die Bugklampe das ganze aushaelt. Immerhin haengen 17 Tonnen daran und zwar voll! Und an einen Hahnepot habe ich in der Hektik einfach nicht gedacht. Immerhin habe ich zwischendurch die Automatikweste anlegen können.

Kurz vor der Schleuse nimmt uns der Schlepper laengsseits, wir sollen in der Schleuse mit der Steuerbordseite festmachen. Ich werde noch angewiesen, die Heckleine zuerst fest zu machen, weil ja der Wind von achtern kommt…. Soweit die Theorie.

Die Gillis G. unterschaetzt das Gewicht und die Gleitfaehigkeit unseres Schiffes und faehrt mit zu hoher Geschwindigkeit in die Schleuse ein. Der Wind schiebt uns von achtern und dem Rettungsboot gelingt es nicht, uns vernuenftig aufzustoppen. Ich schaffe es irgendwann,  trotz der noch immer hohen Geschwindigkeit, auf den Fendersteg zu springen. Die Achterleine durch einen Ring zu ziehen, ist fuer mich unmoeglich: ich spurte so schnell es die Gitter zulassen hinter unserem Schiff her und erwische trotzdem keinen der Ringe. Das Rettungsboot schafft es gerade noch, uns zwei Meter vor dem Schleusentor aufzustoppen. Der Vormann springt zu mir auf den Steg und gemeinsam bekommen wir die Achterleine fest. Jetzt noch die Vorleine. Aufatmen.

Aber oh weh: kaum liegen wir einige Zeit geht unser Heck quer: die Heckleine hat sich warum auch immer geloest und der Wind gibt sein Bestes, uns quer zu drehen. Ich kann gar nicht mehr alles in Worte fassen: Werner auf dem Steg stehend, das Schiff von der Schleusenwand abhaltend, der 42 Kg Anker in gefaehrlicher Naehe seines Kopfes, die Bemuehungen des Rettungsbootes, uns mit dem Bug in den Wind zu drehen…

Endlich laufen die Manoever wieder kontrolliert. Im Pas de deux geht es einmal quer durch die Schleuse. Schließlich ist unser bockiger Mustang wieder in Fahrtrichtung Kanal gebracht und laeuft brav, als waere ueberhaupt nichts gewesen, neben der Gillis G. aus der Schleuse. Voellig ausser Atem stehe ich an Deck und bin kurz vor einem Weinkrampf. Der Schiffsfuehrer fragt mich, ob alles wieder o.k. waere. Ich nicke, und versuche zu witzeln: solange der Hund ruhig liegen bleibt, ist alles o.k… - der scheint von der ganzen Hektik ueberhaupt nichts mit bekommen zu haben, liegt seelenruhig auf seinem Platz. Aber das ist auch gut so, ein aufgeregt fiepender Hund, der womoeglich in dem ganzen Durcheinander auch noch auf dem Seitendeck rumturnt – das waere zu viel gewesen fuer mein Nervenkostuem.

Da der Yachthafen gut gefuellt ist, werden wir zu unserem altbekannten Liegeplatz gebracht. Der ist absolut leer und wir koennen ohne Probleme festmachen. Das Rettungsboot hat es jetzt eilig, wieder loszukommen, der naechste Einsatz ruft. Die Formalitaeten noch, ein letztes Winken und wir sind allein…mit uns, dem Schiff und unserem Elend.

Werner ahnt, woran es liegen koennte und baut die Filter aus. Diese sind komplett mit Algen zugesetzt und lassen Schlimmes fuer den Tankinhalt vermuten. Dunkel erinnere ich mich, irgendwann beim Durchblaettern eines Bootszubehoerkataloges mal gefragt zu haben, ob wir nicht auch so ein Mittel gegen Algen benoetigen….

Jetzt sitze ich hier alleine mit dem Hund, beide sind wir mehr oder weniger durchnaesst vom letzten Starkregen, ich friere leicht und werde mich in die Koje verziehen. Werner hat inzwischen Thomas angerufen und ist mit ihm nach Buxtehude gefahren. Ein alter Kumpel– Michael Kreusel - vertreibt dort ueber seinen Internetshop (www.buxte-boot.de) einen Algenkiller namens Grothamar 71. Mit diesem Mittel wollen wir eine sog. Schockbehandlung durchfuehren, die alle Algen abtoeten soll. Anschliessend wollen wir den Tank leer pumpen und den Diesel gefiltert wieder verwenden.

Ohne die schnelle und unkomplizierte Hilfe von Michael Kreusel haetten wir unser Problem nicht so schnell in den Griff bekommen. Schliesslich war es ein Samstagabend und damit Wochenende. In den naechsten Tagen soll dann der Tankinhalt gefiltert, gereinigt und wieder verwendet werden. Aber das wollen wir einer Firma ueberlassen, die sich darauf spezialisiert hat.

Erstaunlich ist fuer uns im Nachhinein, wieviele Boote bzw. Bootseigner auch schon von dem Algenproblem betroffen waren. Aber offenbar spricht man nicht gerne darueber und tauscht sich nur mit ebenfalls Betroffenen darueber aus!

Von Maasholm nach Kiel und in den NOK - unser letzter Ostseetag

Freitag, 28.08.09

Unser Urlaub geht zu Ende. Wir waeren gerne noch geblieben und haetten Daenemarks Kuesten und Gewaesser weiter erkundet. Wenn wir wiederkommen, werden wir und Hund und Schiff fit fuers Ankern haben (hoffen wir).

Hier gibt es doch recht viele Moeglichkeiten, vor Anker zu liegen, was die Bordkasse bei unserer Groessenordnung doch etwas schont. Obwohl wir fuer unser Empfinden in diesem Jahr oft ein moderates Liegegeld zu zahlen hatten.

Ich hatte mir so fest vorgenommen, jeden Tag unsere Erlebnisse aufzuschreiben, beim Vorsatz ist es geblieben. Viel erlebt haben wir jeden Tag, die Abende waren ausgefuellt mit klar-Schiff-machen, Spaziergaenge mit dem Hund, Abendessen, auch mal einkaufen. Kaum dass Zeit blieb fuer einen Daemmerschoppen im Cockpit. Zu oft sind wir einfach nur muede in die Koje.

Einige Tages-„Highlights“ in Kurzform:

Bagenkop-Sonderborg: Raumschotskurs, schoenes Segeln, spaeter achterlicher Wind zunehmend bis 8, in Boeen auch darueber (wie wir erst spaeter erfahren). Beim Einlaufen Patenthalse mit Schaekelbruch unserer Grossschot – Baum rauscht aussenbords, grosser Schreck und die Befuerchtung, dass ein groesserer Schaden entstanden ist. Wir sichern den Baum erst einmal provisorisch und pruefen die Sache in Sonderborg in Ruhe. Glueck gehabt, sonst ist alles heil geblieben, verletzt wurde auch keiner von uns!

Sonderborg-Dyvig: Fahrt unter Maschine, kurzzeitige Verwirrung angesichts der vielen Buchten. Fast waeren wir in die falsche Bucht eingelaufen. Vorsichtiges eintasten in die Dyvig-Bucht: enges Fahrwasser, wenig Wasser unterm Kiel. Schweinswale in der Bucht beobachtet (nein, wir sind nicht schwimmen gegangen, es waren „echte“ Schweinswale!).

Resuemee unserer „Reise“:

Viele, nette Menschen mit und ohne vierbeinige Begleiter sind uns begegnet. Wir hatten freundliche und nette Reaktionen auf unseren „Wackel-Dackel“, nette Hafenmeister, schoene Haefen ebenso wie ungewoehnliche Begegnungen wie z.B. den Eisverkaeufer auf einem Segelboot in Sonderborg. Unser Hund hat erstaunliche Fortschritte in punkto Bordleben und Bewegung an und unter Deck gemacht. Seine Eigenheiten und Reaktionen oder Aktionen haben uns oft erstaunt und auch amuesiert: Z.B. wie er uns klar macht, wann er im Salon schlafen moechte und wann im Cockpit. Die Gelassenheit, mit der er sich auf seinem Lieblingsplatz hinterm Steuerrad unter Schoten und Fallen „begraben“ laesst, mit der absoluten Gewissheit, dass wir ihn auch wieder ausgraben werden, hat sich glaube ich auch zu einem Grossteil auf uns uebertragen. Die Uhren gingen vollkommen anders in diesen Wochen an Bord.

Zum Abschluss bekommen wir noch eine ordentliche Seewasserdusche. Das kommt davon, wenn man partout in eine bestimmte Richtung muss. Die Zeit draengt uns nun doch etwas. Schliesslich koennen wir den Kanal nun nicht mehr in einer Gewalttour von einem Tag hinter uns bringen. Und so erwischen uns Schauer und Windstaerke 8-9 sowohl auf der Ostsee wie auch spaeter im Kanal quasi eiskalt. Alles andere als gemuetlich. Wir trauern den schoenen Segeltagen nach als wir in das dicke Oelzeug gepackt in die Kieler Bucht einlaufen. Noch einmal ein kurzer Stop in Holtenau, dann geht es auch schon in die Schleuse. Bezahlen beim Schleusenmeister, dann weiter Richtung Rendsburg – Windstaerke 8-9 voll auf die Nase und das im NOK! Wir legen noch einmal in Rendsburg fuer einen kurzen Proviantstop an. Das geht hier prima und der Supermarkt liegt nur einen Steinwurf entfernt. Buster inspiziert ebenfalls kurz das Gelaende und dann geht es auch schon wieder Richtung Gieselaukanal, wo wir wieder uebernachten werden.

Beim Anlaufen des Backbordseitigen Steges haben wir erst kurze Grundberuehrung: der Skipper war etwas zu weit ans Ufer gekommen, dann zwingen wir einen Angler, sein Angelzeug in Sicherheit zu bringen. Im letzten Daemmerlicht war er nicht als solcher zu erkennen, wir dachten, er wolle uns beim Anlegen helfen. Wir entschuldigen uns und nehmen Anlauf auf den Steuerbord-Steg. Der ist auch mit Holz belegt und somit fuer Busters Hundefuesse besser geeignet. Perfekt fahren wir im allerletzten Daemmerlicht in die Luecke zwischen zwei kleineren Booten. Wir hatten ja auch zwei Wochen Zeit zu ueben :-)!

Unser Hund ahnt offenbar, dass unser Urlaub dem Ende zugeht. Jedenfalls ist er sehr unmotiviert, hier einen laengeren Spaziergang zu absolvieren und wrd zum ersten Mal etwas unwirsch von seinen beiden Zweibeinern ermahnt, doch wenigstens noch ein paar Meter weiter zu laufen. Schliesslich beugen wir uns seinem Sturkopf und drehen ab. Buster kann es gar nicht erwarten, wieder aufs Schiff zu kommen und moechte heute die Nacht auch unter Deck verbringen.

Dyvig

Nach einer kurzen Fahrt unter Maschine von Sonderborg aus haben wir Dyvig erreicht. Die Einfahrt ist betonnt aber schmal und mit 3,10 mtr. auch nicht gerade ueppig tief. Am Steg haben wir immerhin 4,90 mtr.! Alle Laengsseits-Plaetze sind belegt, wir duerfen aber an der Hedi (http://www.museumshafen-kappeln.de/index.php/Schiffe/Hedi.html ) laengsseits gehen, ein Traditionsschiff mit ebenfalls Hund an Bord (Lotta). Unseren Buster an Land und wieder an Bord zu hieven, ist über das Deck der Hedi problemlos moeglich.
Liegeplatz in der Dyvig-Bucht: einkeilt zwischen Tradition (Kutter Hedi) und Moderne (eine Hanse 54)

Spaeter macht eine neue, große Hanse 54 an uns fest, die mit ihrem Tiefgang von 2,80 in der Einfahrt Grundberuehrung hatte und auch nicht wirklich in einen der Boxenliegeplaetze passt. Bis zu dem Moment als die Hanse neben unserem Schiff auftauchte, kamen mir unsere Na Ja und die Hedi ziemlich groß vor, was sich ab da schlagartig aenderte: irgendwie schrumpfte unser Schiff urploetzlich - zum Glueck aber nur rein optisch!

Die Bucht ist absolut idyllisch aber auch im Umbruch begriffen: der Steg an der Nordseite hat den Besitzer gewechselt, es enstehen neue Liegeplaetze, ein neues Hotel mit angeschlossenem Sanitaergebaeude fuer die Segler ist fast fertig und gluecklicherweise sehr traditionell mit Holz und in schoenstem daenisch-rot erbaut worden. Immerhin haben wir hier problemlosen Zugang zu einem WLAN-Anschluss (was besonders Werner begeistert: endlich wieder mal die neuesten Fussballergebnisse und -berichte lesen koennen), liegen ruhig und berappen 16 EUR dafuer. Trotzdem schielen wir etwas neidisch zu den mittlerweile zahlreicher gewordenen Ankerliegern hinueber und schmieden prompt schon Plaene fuer eine Schiffsumruestung, die es uns ermoeglicht, den Hund ins Beiboot zu bekommen. Dann waere auch ankern kein Problem mehr fuer uns. Also noch ein Punkt mehr auf unserer wieder mal laenger gewordenen to-do-Liste fuers Winterlager!
In dieser schoenen Bucht sichten wir am naechsten Morgen auch zwei Schweinswale die hier kreuz und quer durch die Bucht ziehen und uns immer wieder ihre Ruecken für einen kurzen Moment zeigen. Für Fotoaufnahmen reicht es allerdings leider nicht, bleibt uns also nur das innere Foto. Fest steht: hier koennten wir es schon einige Tage aushalten und wir hoffen, das die Erweiterung der 2. Steganlage die Ankermoeglichkeiten nicht allzusehr einschraenken wird und die Hotelanlage die Idylle nicht beeintraechtigt. Es waere schade um diese Bucht.

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