Monats-Archiv Dezember, 2018

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2019

Friedliche Weihnachten, Gemütlichkeit, Besinnlichkeit, Zeit mit den Lieben …. Rückbesinnung oder nach vorne schauen. Denn vorne, vor uns, vor dem Bug nautisch gesehen - da liegt das neue Jahr 2019! Allzu schnell werden die Weihnachtsfeiertage vorbei sein, die Geschenke gehören schon wieder zum Alltag. Noch ein paar ruhige Tage liegen vielleicht “zwischen den Jahren”, zwischen Weihnachten und Silvester. Noch ein paar Tage, in denen alles einen Gang ruhiger geht. Die uns Zeit lassen für die Familie oder Freunde. Zeit, die wir uns doch das ganze Jahr immer wieder nehmen sollten. Denn wieviel Zeit bleibt uns? Für all das Unerledigte, Aufgeschobene, für das “mach ich irgendwann auch nochmal”. Wieviele neue Jahre werden noch vor uns liegen und wo werden uns unsere Kurse in diesen Jahren hinführen? Weihnachten und der Jahreswechsel, besinnliche Zeit, nachdenkliche Zeit. Aber auch eine fröhliche Zeit.

Wir wünschen Euch also von Herzen eine fröhliche Weihnachten und einen prickelnden Start in ein supergutes neues Jahr, das Jahr mit der Nummer 2019! Lasst es krachen!

Werner, Elke und naja

Weihnachten 2014 Grenada, Prickley Bay - unvergesslich und so ganz anders

Weihnachten 2014 Grenada, Prickley Bay - unvergesslich und so ganz anders

Segeln …. ohne Grenzen ….?!

Wenn Segler an Land leben (müssen)

Was machen Segler, wenn sie an Land sind, an Land leben (müssen), in der alten Heimat, in Deutschland, im Winter??

Einige schuften schwer, beschaffen Teile fürs Boot. Das in irgendeinem Hafen dieser Welt auf die Rückkehr seiner Crew wartet. Es werden Listen und Pläne erstellt, Kartenmaterial und Handbücher geordert. Fiebern dem Rückflug entgegen, packen Taschen, wiegen das Gepäck, packen aus und um. Der nächste Törn liegt ja schon in Sichtweite, der Kurs ist abgesteckt. Vorfreude auf neue Erlebnisse.

Und die, die wissen, das da kein Törn mehr kommt? Die ihr Boot verkaufen wollen/müssen? Was machen die, für die es nicht mehr so wirklich weitergeht mit dem Leben auf dem Wasser, dem Leben an Bord ihres bis dahin geliebten Schiffes??

Es gibt ja einige Möglichkeiten, sich über Verluste hinweg zu trösten. Man kann sich neu focussieren, z.B. auf die rollenden „Schiffe“ der Landstrasse, die Wohnmobile. Oder man kann überlegen, wieder sesshaft zu werden, in einem festen Haus zu leben. Ein Haus am Wasser, mit Blick auf Segelboote?? Unser Haus könnte höchstens den Blick auf ein kleines Modellböötchen im (noch zu buddelnden) Teich bieten, das richtige Wasser ist zu weit weg, tauschen will keiner mit uns und verkaufen-neues Haus kaufen, das ist irgendwie grad keine Option für uns. Ein Hausboot, das wäre vielleicht noch was. Noch eine Weile Flüsse und Kanäle Europa verunsichern und erkunden, auf eigenem Kiel. Muss es wirklich ein Segelboot sein, um glücklich zu werden? Oder reicht einfach ein schwimmender Untersatz?

So beschäftigen uns also einige Gedanken. Und die Zeit dazwischen füllen wir mit so wichtigen Massnahmen wie Arztbesuchen, Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Ergotherapie und einfach auch mal abhängen.

Ich lasse mich gar dazu hinreissen, Fotos unserer Reise in einen Kalender zu packen. Sehnsucht und Wehmut werden auch gleich mit rein gepackt. So viele „weisst Du nochs“ und „guck mal, das Foto, wie schön das war“. Erinnerungen an Orte, Menschen, Landschaften, Begegnungen und Erlebnisse - alles wird wieder hoch gespült, an die Oberfläche der Erinnerung.

Gerüche und Geräusche strömen hinterher, taumeln im Strudel der Jahre, Tage und Stunden, die wir reisend, segelnd unterwegs waren. Längst vergessenes wird wieder sichtbar, nimmt Raum in unseren Gedanken ein, lässt die Mundwinkel nach oben gehen und die Gesichter strahlen.

Sehr beliebt ist auch das Lesen von Büchern. Vorzugsweise solchen, die vom Meer oder von anderen Seglern und ihren Abenteuern handeln Oder sie verirrt sich auf die Blogs anderer Segler,  lässt sich auf Facebook zu Gruppen einladen, die so klangvolle Namen haben wie z.B. „Segeln ohne Grenzen“

Segeln. Ohne Grenzen. Dabei kommt man beim Segeln doch so oft an Grenzen. An die Eigenen vorzugsweise, die des Schiffes (eher selten), an Reviergrenzen (auf einem See z.B.), an zeitliche oder finanzielle Grenzen …. mit längerem Nachdenken würden da bestimmt noch einige zu finden sein. Die Grenzen der Staufächer fallen da eindeutig unter den Oberbegriff „Schiffsgrenzen“!

Was genau ist dann aber mit dem Segeln ohne Grenzen gemeint? Die Grenzen, die in einem selbst stecken, die man sich selbst vorgibt und vor denen man entweder zurückschrecken oder die man überwinden kann?? Wo eine Wille, da ein Weg?? Welche Grenzen stecken wir uns gerade selbst, alte und vielleicht auch neue? Wollen wir sie überwinden oder sind wir vielleicht über manche auch ganz froh?

Die wichtigsten beiden Grenzen, die haben wir ganz zu Anfang überwunden: als wir die Entscheidung trafen, los zu segeln. Die Leinen zu lösen und den Kurs auf neue, unbekannte Häfen, Länder, Inseln zu nehmen. Sich nicht von Argumenten beeinflussen und abhalten zu lassen. Nicht auf die wohlmeinenden, guten Ratschläge zu hören, doch dies noch vorzubereiten und das noch zu erlernen. Die Angst zu überwinden, ob wir das auch wirklich schaffen, ob wir gut genug segeln können; ob wir all dem gewachsen sind, was da unterwegs auf uns zu kommt.  Die Grenzen im Herz und im Kopf, die kann man nicht immer so einfach übertreten.

Müsste ich „Segeln ohne Grenzen“ für mich definieren, in einen Moment packen, dann wären es die 16 Tage unserer Atlantikquerung. Die Tage auf dem Meer, nur Wasser und Himmel um uns herum und wir in unserem schwimmenden Kokon, der uns von den Kap Verden nach Brasilien trug, über den Äquator. Schmerzlich war die Erkenntnis, das wir ankommen würden, am 16. Tag.

Als kämen wir von einem anderen Stern zurück, aus einem anderen Universum. Wären wir nur weiter gesegelt …. damals, 2014 …… in einer anderen Zeit, in einem anderen Raum ….