Neue Berichte

Auf dieser Seite werden unsere aktuellen Berichte veröffentlicht. Für ältere Berichte kann man im Kalender blättern oder das Archiv durchsuchen. Fotos werden im Fotoalbum 2014-2016 fortlaufend noch ergänzt.

Für Informationen zu einigen von uns besuchten Ländern und Inseln sowie den Boatyards haben wir eine spezielle Rubrik; wir beantworten aber auch gerne direkte Fragen - soweit uns das möglich ist.

Gästebuch oder Kontaktformular gibt es keines, da wir hierüber unverhältnismässig viele Spamnachrichten erhalten haben. Im Impressum findet der interessierte Leser aber eine leicht verschlüsselte Adresse, unter der man uns anschreiben kann. Über Facebook sind wir ebenfalls erreichbar. In der seitlichen Leiste führt ein Link direkt zu unserer Facebook-Seite.

Im April 2018 sind wir in den USA angekommen. Naja steht sicher an Land, wir bereisen USA und Kanada mit Auto und Zelt. Aus dem Skipper ist ein Navigator geworden und aus Seekarten Navigationsapps und Karten für die Strassen. Über unsere Roadtrips werden wir hier ebenfalls berichten.

Deine Spuren…

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…an der Zeltwand. Ob uns der Waschbär gefolgt ist? Jedenfalls hat er es geschafft, in unser Zelt einzudringen. Wir lernen daraus: der Reißverschluss zipper gehört nach oben. Als richtiger Gourmet hat er sich über den Rest Fish& Chips im doggybag her gemacht. Als Nachtisch hab’s einen Orangen muffin. Kirschen, Paprika und Champignons blieben unbeachtet, zu gesund.

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Softcamper

Campen. Das hat was von Romantik. Von Lagerfeuer, Kerzenschein, Sonnenuntergängen, Naturerlebnis. Back to the Roots. Leben in und mit der Natur, Genuss pur, neue Wahrnehmungen und Erinnerungen an was auch immer.  Und wenn man keine solchen Trapper-Roots hat?
Wenn Campen eher was von Räuchern hat? Weil das Lagerfeuer mehr Rauch als Feuer produziert, auch das der Nachbarn? Und Holzfeuergeruch ja ganz nett ist, aber nicht wenn er in den Klamotten hängt, mit denen ich ins Bett gehe. Wenn statt Ruhe und Naturgeräuschen Strassenlärm, Flugzeuge, Kleinkindergebrüll (nix gegen Kleinkinder!) und Hundegebell an unser Ohr dringt?
Moskitos dringen mit einsetzender Dämmerung in unser Schlafgemach ein. Wo sie uns gerade erst hinein getrieben haben, weil ihre Stechattacken auf der ach so urigen Picknickbank des Campingplatzes nicht mehr auszuhalten war. Da hilft kein Rauch und kein Sprüh (Off), die Viecher sind irgendwie immun.
5 Uhr früh, der Regen plätschert sinnig auf unser Dach. Kuschelig. “Ist doch schön, wenn der Regen so aufs Zeltdach prasselt”. Ja, schön. Unser Zeltdach ist ja aus Blech, da ist es doppelt schön. Leider ist ein gewisser Gang absolut und auch mit der schönsten Kuscheligkeit nicht mehr hinaus zu zögern. Also beherzt Türe auf, Regenjacke übergezogen, rein in die Flip-Flops (mangels Gummistiefel und Temperaturmässig auch noch tragbar) und ab über die nasse Wiese Richtung Toilettenhäuschen. Oder vielleicht doch lieber den Smilie-Pee-Eimer im Zelt nutzen?? Zeltcamper haben offenbar alle einen Eimer, mehrere der Smilie-Eimer begegnen mir, vor anderen Zelten stehend und verschämt rübergrinsend. Das Camperklo 2018 ist der 2,50 Smilie Eimer aus dem Dollarama, in verschiedenen Farben, von grasgrün über zitronengelb zu pink. Vorsichtig taste ich mich um Abspannleinen, Zelthaken und das ungesicherte Feuerloch herum - Mist, Brille vergessen, na geht auch so, die paar Meter. Es geht und im Toilettenhaus hängt schon eine andere Camperin überm Waschbecken, reibt sich den Schlaf aus den Augen. Eigentlich hatte ich den Zwergenaufstand aus den Gruppenzelten hier vermutet. Sind Kinder nicht notorische Frühaufsteher? Die hier in den Zelten offenbar nicht.
Schön ist es dann, unter die immer noch kuschelig temperierte Decke zu kriechen. Aber vorher Flip-Flops auf der Fussmatte ausziehen und die Füsse am ollen Handtuch trocken reiben. Nach so viel Anstrengung am frühen Morgen verfalle ich in absoluten Tiefschlaf und bekomme noch nicht mal, das unsere Nachbarn sich vom Platz bewegen. Dabei seien die richtig laut gewesen. Typisch, Waschbären neben dem Auto bekomme ich mit, aber das ein grosser Wohnwagen samt dazugehörigem PIck-Up-Truck sich vom Platz bewegt, das berührt mich nicht im geringsten. Muss der wieder einsetzende Regen doch seeeehr sinnig gewesen sein.

Go West

Zarte Musik dudelt seit einer gefühlten Ewigkeit in mein Ohr, unterwandert auf suptile Art sogar die Geräuschkulisse des nahen Highway 401. Was zum Henker ist das? Hier sind viele Familien mit Kindern, lauschen die etwa diesen Kuschel-Kling-Kling-Tönen? Ja, sie lauschen. Stehen erwartungsvoll am Rande ihrer Stellplätze und halten Ausschau nach - jawoll, dem Eiswagen! Der dreht langsam seine Runde über den Glen Rose Campground. Genau wissend, dass hier Umsatz zu generieren ist und leere Kindermägen mit der kühlen Köstlichkeit zu füllen sind.
Kaum ist der Eiswagen durch, fallen die ersten, angekündigten, Regentropfen aufs Zeltdach. Wir sitzen gut geschützt im Zelt. Das hat schon was, so ein Zelt. Mit Stehhöhe, Stuhl und Tisch drinnen. Und Stromanschluss. Auch wenn wir dafür erst nochmal loszuckeln mussten, ein längeres Stromkabel besorgen. Dafür gibt es dann für jeweils 2 Stellplätze sogar einen eigenen Wifi-Hotspot, welch Luxus. Das alles nur wenige Autominuten von den nächsten Einkaufsmöglichkeiten entfernt und dicht vor den Toren Torontos gelegen. Nicht zu vergessen der Fish&Chips-Laden in dem ich den Traum meiner schlaflosen Nächte getroffen habe: blaues Netzhemd über - immerhin braun gebrannter - Falten-Schwabbelhaut, darunter abgewetzte Cordhosen auf Turnschuhen. Das alles in der Alterskategorie 70+ … lässt das Alter abstumpfen, dem eigenen Äusseren gegenüber? Oder sind sowohl die Spiegel als auch die Hineinsehenden im Laufe der Jahre blind geworden?
Ganz allgemein scheinen uns die Unterschiede zwischen Toronto und Montreal recht gross zu sein. Französischer Feingeist gepaart mit sportlichen Aktivitäten, Figur- und Gesundheitsbewusstsein in der Einen, Fish&Chips Mentalität (grob gesagt) in der Anderen? Man fährt agressiver hier, überholt im Zick-Zack wie wir es sonst nur von Deutschland her kennen. Die Menschen lächeln weniger und fragen nicht mehr, wo man her kommt. Wenn man ins Gespräch kommt, dann mit anderen Reisenden, Radtouristen aus Montreal z.B.
Warum nur sind wir aus dem Land der 1000 Inseln so früh weg gefahren? In Kingston ist es gut 5 Grad wärmer, hier frieren wir schon etwas, was vielleicht auch am Wetterumschwung liegen mag. Die Landschaft gibt nicht mehr viel her, ist zugebaut mit Kraftwerken, grossen Fabriken. Hier wird das Geld gemacht, hier bringt nicht der Tourismus oder die Landwirtschaft das Geld. Kein gemächliches am Kanal entlang tuckern. Und prompt läuft das Auto “Amok”, es leuchtet hartnäckig “Engine Service soon” auf. Ich vermute einen anstehenden Ölwechsel, das Handbuch belehrt uns eines Besseren. MIt unserem Emissionen stimme etwas nicht, vielleicht schlechten Sprit getankt? Man solle zügig die nächste Werkstatt aufsuchen, na super! Vielleicht hätten wir doch nicht im Cannabis-Dreieck tanken sollen ….

Cobourg, Lake Ontario

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Cobourg - nein, es handelt sich um keinen Schreibfehler. Und die Stadt hat auch absolut nichts mit der in Deutschland gelegenen, ähnlich geschriebenen, zu tun.
Cobourg in Ontario verfügt über eine nette Marina, einen kleinen Campingplatz der direkt daneben liegt und über einen Sandstrand. Und über viele Möwen.
Die Promenade wird fein gemacht, Blumen werden gepflanzt, Metallbänke laden zum Verweilen ein, Spielplätze, Beachvolleyball, eine Sliprampe. Vor der Marina kann man sogar ankern und hat dabei Ausblick auf die neuen, aber doch ganz ansehnlich gestalteten Appartmenthäuser, die den Hafen säumen. Geht man in die zweite Reihe, trifft man auf erstaunlich viel leerstehende Häuser und Geschäfte. Kaffee trinken dagegen kann der geneigte Kaffejunkie alle paar Meter, da steigt der Koffeinpegel ins Unermessliche.
Irgendwie schade und auch etwas unverständlich. Der Ort hat alles, was Touristen anzieht und trotzdem ist so wenig Leben auf der Mainstreet. Vielleicht ändert es sich ja noch.
Uns zieht es jedenfalls weiter. Eine Nacht auf dem Campingplatz ist genug. Der Platz ist klein, dicht an dicht stehen die fetten RV’s, stopfen ihre Abflussrohre in die dafür im Gras eingelassenen Rohre und fangen alle paar Minuten das Brummen an. Man grüsst sich kaum, viele stehen wohl auch hier die Saison über - Blumenampeln, Gartenzäune etc. zeugen von Sesshaftigkeit. Und für den Seeblick (der bei der Weite des Lake Ontario und dem Möwengekreisch auch gut ein Meerblick sein könnte) nimmt man auch in Kauf, dass der Sand vom Strand mal unter die Markise geweht wird oder neugierige Strandläufer die Abkürzung über den Platz nehmen. Dazu das Piepen der Parkuhr vom Parkplatz vor der Hecke des Campingplatzes und am Abend die Beschallung durch die Automusikboxen der Dorfjugend. Ja, wirklich nett.
Ein Radlerpaar rollt auf den Platz, parkt direkt neben uns ein. Baut zu vorgerückter Stunde ein MIniminiZelt auf. Bewundernswert! Aus Montreal sind die Beiden und das Französiche ist unüberhörbar ihre eigentliche Sprache. In Toronto waren sie schon, jetzt geht es zurück nach Montreal. 60-70 Km versuchen sie, am Tag zurück zu legen. Und dann nachts in dem kleinen Zelt schlafen. Wie das wohl in den nächsten Tagen bei dem angekündigten Regen ist? Nein, wir sind dann doch Softcamper, freuen uns über die Behaglichkeit unseres Bettmobils und linsen schon mal orientierungsmässig in Richtung Wohnwagen.
Fotos folgen - das Internet will grad nicht so, wie ich es will!

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