Veränderung

Nun ist es doch soweit: nach 6 Jahren mehr oder weniger Reisen unter Segeln steht unsere na ja aus gesundheitlichen Gründen zum Verkauf, in Deltaville, Virginia, USA. Mehr Informationen zum Schiff finden Interessenten unter der Rubrik “na ja das Schiff”, Fotos kann man in diversen Fotoalben in der Bildergalerie anschauen. Und wer dann noch Fragen hat, kann die spezielle Emailadresse nutzen:

segelyachtnaja att gmail dot com

After 6 years more or less sailing and traveling with na ja she is now for sale! Located in Deltaville, Virginia, USA. Interested people can write us an email to segelyachtnaja att gmail dott com or can get a first impression and more information about the boat in the column “na ja for sale” on this website. In “Bildergalerie” you’ll find a lot of pictures which we took in the last years since we redisgned her from a racing boat to a longterm liveaboard boat. We sell her only because of health reasons.

Cuxhaven 2006

Cuxhaven 2006

Teneriffa 2013

Teneriffa 2013

Richmond-Boston-Manchester-Hannover

Hektik, Fusspilz, Aufregung, Schwitzen von früh bis spät. Hurrikan Florence hat unsere finalen Arbeiten vor Abreise nach good old Germany mächtig durcheinander gewirbelt. Sonst allerdings haben wir von ihm glücklicherweise nicht wirklich viel mitbekommen.

Schlappe 2 Tage bleiben uns um all die 1000 Dinge noch zu erledigen. Wir sind gut im „last minute“ arbeiten. Aber dieses Mal ist es einfach zu viel. Zumal auch noch der Batterielader kurzfristig seinen Dienst verweigert. Allein die Ursachensache kostet viel Zeit und bringt uns nicht wirklich weiter - Mysterium Strom! Zu viele Kabel ziehen sich durch den Bauch unseres Schiffes und nicht immer ist das woher-wohin ganz klar.

Korrodierte Anschlüsse, lose sitzende Kabel - definitiv ein Grund für die verweigerte Stromzufuhr in Richtung Batterien. Strom bekommen wir vom Anschluss am Boden, das steht fest. Und bei der Gelegenheit „finden“ wir dann auch tatsächlich eine Steckdose, die uns ganz ohne up-down Converter den 220 Volt Saft liefern kann! Wir sind hin und weg. Natürlich fehlt dann mal wieder ein Adapterstecker weil wir mit einer Kabellänge nicht vom Schiff zur Steckdose kommen. Aber das berührt uns jetzt auch nicht mehr so wirklich.

Stattdessen verpacken wir unser Schiffchen liebevoll in weisse Planen, hängen dekorativ noch ein paar Wasserflaschen zwecks Beschwerung dran und hoffen, dass es nicht allzu kalt wird. Die Bändsel werden es aber hoffentlich richten.

Unser grasgrüner, wasserscheuer Frosch hat es sich wieder unterm Dinghi bequem gemacht und wird mit der Sicherung beauftragt. Hat ja auch nicht jeder, einen Wach-Frosch!

Segel vom Segelmacher holen, noch einige Dinge in den Storage verfrachten, mir mal eben mit einer scharfen Kante in den Handballen schneiden, Wäsche waschen, aufräumen - nimmt das Chaos eigentlich nie ein Ende? Dazwischen zwei schwitzende Männer, die sich dem Thema Strom widmen. „Pass mal auf Dich auf, Du siehst schei…. aus“. Das sind so Momente, da helfen nur noch der Griff zur Zigarette und zum Vino Rosso …. bei mir jedenfalls.

Etwas Ruhe am Abend vorm Abflug bringt uns eine Essenseinladung auf die Kassiopeia. Sitzen, lecker essen, Gin-Tonic, entspanntes plaudern über die Reiseerlebnisse, mal kein „ihr müsst noch, habt ihr schon, wie wollt ihr denn …..“.

In die Koje kommen wir erst nach Mitternacht. Eine Ladung Wäsche musste noch sein. Last minute gewissermassen. Und dank Trockner problemlos machbar. Das der Wecker um 5 Uhr klingelt schlägt uns Beiden auf den Magen, kein Denken an den sonst obligaten Kaffee!!

Schnüre zurecht schneiden, Plane endgültig fixieren. Dann fällt dem Skipper ein, wir könnten doch den Laderegler des Windgenerators mal eben abmontieren und zwecks Prüfung mitnehmen.

Irgendwann ist nicht alles weg geräumt aber so einigermassen klar Schiff.

Die mit zum Flughafen fahrenden und unser Auto übernehmenden Freunde stehen schon Gepäck bei Fuss an ihrem Steg, tanken müssen wir noch …. „wo ist dein Handy Werner????“ „Weiss ich doch nicht“. Die gross angelegte Suchaktion startet, alle in Frage kommenden Orte auf dem Schiff, in der Dusche, Wäscherei, unser Parkplatz - alles wird abgegrast. Die Matratzen werden nochmal umgedreht, Kissen aufgeschüttelt - vielleicht ist es ja meiner morgendlichen Aufräumaktion zum Opfer und in die Ritzen gefallen? Nada. Die Zeit galoppiert natürlich derweil munter weiter. Ich werde leicht hektisch. Dann fahren wir halt ohne Handy los.

Die Fahrt zum Flughafen ist immerhin entspannt und führt über die gewohnt leeren Strassen. Der Flughafen Richmond ist überschaubar und wir fallen direkt vorm JetBlue Check-in durch die Tür. Bei der Gelegenheit taucht dann auch das vermisste Handy im Kofferraum auf. Unschuldig lugt es unter einer Tasche hervor. Alle sind erleichtert.

Jetzt kann der Flughafen-Marathon starten: Richmond-Boston-Manchester UK - Hannover, D.

Wir kommen rum!

Sternenhimmel

Funkelnde Sterne auf nachtblau-schwarzem Himmel. Milchstrassen. Auf dem Rücken in meiner Koje liegend hab ich Sternenkino vom Feinsten direkt über mir. Durchs Luk fällt der Blick ungebremst auf den Nachthimmel. Unbezahlbar, dieser Anblick. Und sonst verhüllt durch das Sonnensegel. Florence hat also auch was Gutes, zumindest heute Abend und für mich.

Waschtag

Da verliert man schnell den Überblick. Gut, dass alle Maschinen numeriert sind!

Da verliert man schnell den Überblick. Gut, dass alle Maschinen numeriert sind!

Es regnet. Und was macht Frau da am Besten? Genau, sie wäscht Wäsche!

Unsere grosse, flauschig-weiche und entsprechend dicke Bettmobil Decke soll heute dran glauben. In die Maschine der Marina passt sie definitiv nicht rein, da ist an keine einzige Trommeldrehung zu denken wenn dieses Deckenmonster drin steckt (falls es überhaupt rein passen würde).

Also folgen wir dem Tipp anderer Segler und düsen in die Laundry nach Gloucester. Das ist ein richtiger „Waschsalon“. Maschine an Maschine, Trockner an Trockner, alle Grössen sind vertreten. Und tatsächlich passt in die grösste Ausführung unsere Bettdecke rein - und noch ein bisschen mehr!

Also Karte ziehen und aufladen, dann startet die grosse Wasch- und Trockenaktion. Dazwischen ein bisschen die anderen Nutzer beobachten, die Aushänge an der Pinnwand lesen, das Angebot des Getränkeautomaten studieren. An kleinen Tischen kann man die Wartezeit sitzend überbrücken. Ist die Wäsche fertig, stehen Rollkörbe bereit, in die man sie packen kann bevor man sie auf Tischen sortiert und faltet. Mal kein Waschpulver mehr zu Hause? Kein Problem, auch dafür gibt es einen Automaten vor Ort.

Insgesamt ist das eine wahrhaft runde Sache und spontan beschliessen wir, nächste Woche noch einmal mit unseren Matratzenüberzügen her zu kommen. Damit unser Schiff alles schön sauber hat in den Monaten des Alleinseins.

Da trocknet sie so vor sich hin - unsere Bettmobildecke

Da trocknet sie so vor sich hin - unsere Bettmobildecke

Was rumpelt und pumpelt …

..in meinem Bauch”. Es grummelt und brummelt. Nicht in unserem Bauch. Und doch kommt das Grollen des Donners von ganz tief unten, steigt langsam höher, in den wolkenverhangenen Himmel. Wabert über uns hinweg, verliert sich irgendwo über der Chesapeake Bay. Hallt noch einmal nach, verharrt, holt Atem, um von neuem anzurollen. Wie eine Welle. Unheilverkündend. Bedrohlich. Blitze zucken über unserem Luk. Freier Blick auf das Lichtspiel. Alle Planen, Sonnensegel, Abdeckungen sind eingeholt, sturmsicher verpackt.

Noch haben wir keinen Sturm. Für kurze Zeit ist der Strom weg. Vollkommene Ruhe herrscht im Schiff, keine Klimaanlage, kein Kühlschrank brummt. Es klopft ans Boot, „Elki, Werner“ - Mike steht unten, will wissen, ob wir auch keinen Strom haben. Haben wir nicht. Ist zwar nicht wirklich beruhigend, aber zumindest weiss man, o.k., es liegt nicht an einem selbst. Von einem Freund, der auf dem Campingplatz wohnt, kommt eine WhatsApp „geht schon los, der Strom ist weg“ - beruhigende Antwort von uns „ist schon wieder da“.

Die Blitze zucken weiter, Regen setzt ein, es tropft sanft aber nervig aufs Kopfkissen - ein Griff am Luk ist undicht. Eimerchen drunter gehängt, das Kopfkissen bleibt trocken, das nervige Tropfgeräusch bleibt. Hatte ich schonmal erwähnt, dass ich solche monotonen Geräusche einfach nicht abkann??? Aber nochmal aufstehen und Abhilfe schaffen …. nee, mein Rücken stöhnt schon beim Gedanken daran auf, will nur noch liegen bleiben, sich strecken, ausruhen. Der Skipper beschwert sich: jetzt tropft der andere Griff auch! Ich habe aber kein Eimerchen mehr. Also Lappen drum. Ist jetzt bald mal Ruhe im Karton??

Irgendwann schlummere ich ein, mit monotonem Tropfgeräusch. Oder hat es vielleicht aufgehört zu regnen?

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