Neue Berichte

Auf dieser Seite werden unsere aktuellen Berichte veröffentlicht. Für ältere Berichte kann man im Kalender blättern oder das Archiv durchsuchen. Fotos werden im Fotoalbum 2014-2016 fortlaufend noch ergänzt.

Für Informationen zu einigen von uns besuchten Ländern und Inseln sowie den Boatyards haben wir eine spezielle Rubrik; wir beantworten aber auch gerne direkte Fragen - soweit uns das möglich ist.

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Stove Point Neck

Von Natur aus neugierig und schon ganz erpicht darauf, die andere Seite „unserer“ Bucht hier etwas genauer zu erkunden, überrede ich den Skipper nach einem voluminösen Mittagsmahl zu einem Spaziergang.

Wir runden die Marina und gehen den Uferweg entlang. Das erste Stückchen kennen wir schon, trotzdem ist es schön, hier entlang zu gehen, den Blick auf die Fishingbay, auf die Nester der Ospreys, aufs Schilf, den Boatyard und die Marina und unser eigenes Schif.

Und natürlich auf die Häuser, die hier stehen Und hier stehen viele Häuser. Mit meist beneidenswertem Blick auf irgendein Stück Wasser. Sei es die Fishingbay, oder den Piankatank River oder den recht kurzen, dafür umso ruhigeren Jackson Creek.

Hier ist unter auch der Fishingbay Yachtclub mit seinen Stegen ansässig. Vorm Clubgebäude (es gibt sogar zwei, ein Hauptgebäude und ein was auch immer Gebäude) stehen viele Jollen auf Trailern und zeugen von der einer lebhaften Segelszene. Eine einsame Yacht ankert mitten im Creek, am Heck weht die niederländische Nationale. „Zwerver“ … irgendwie kommt mir das Schiff bekannt vor …..

Eine Dame mit Hund kommt uns entgegen. Die freundliche Labbidame wird zwar sicherheitshalber angeleint, darf uns dann aber doch Hallo sagen. Ganz verliebt guckt sie mich an, (oder ich sie?),die würd ich wohl mitnehmen. Das Frauchen wohnt die meiste Zeit des Jahres hier, hat ein Haus weiter hinten (vage Bewegung in die entsprechende Richtung). Ob wir von dem Boot seien, das dort hinten vor Anker liegt?? Wo zum Geier steht, das wir Segler sind?? O.k. ich trage meine olle Seglerhose (die so schön bequem ist) aber ansonsten …. andererseits: Tourismus gibt es in Deltaville keinen und woher sollen fremde, mit einem Fotoapparat bewaffnete Menschen schon herkommen, wenn nicht von einem Boot? Wir unterhalten uns noch etwas über AIS-Systeme (sie guckt immer gerne, wer von ihren Freunden wo unterwegs ist) und verabschieden uns freundschaftlich. So ist das hier in den USA: man kennt sich nicht, winkt sich aber zu wie langjährigen Bekannten und spricht auch so miteinander. Etwas ungewohnt, aber nett. Tiefgang erwarten wir zwar keinen von den Gesprächen, aber es ist trotzdem eine schöne Eigenart und kommt unserer Kommunikationsfreudigkeit sehr entgegen.

Der Skipper schwächelt an einer Weggabelung, mich zieht es aber bis zum bitteren Ende. Einmal dahin gucken, wo wir entlang gesegelt sind. Einmal einen Blick vom Stove-Point-Neck auf den Rappahannock werfen. Also tigere ich die Stove-Point-Road entlang.

Links und rechts immer wieder sehenswerte, aber zum Grossteil grad nicht wirklich bewohnte Häuser. Boote aller Art sind auf den Grundstücken geparkt. Der oft vorhandene Pool ist extra eingezäunt und viele Grundstücke sind liebevoll gestaltet. Andere dagegen wirken eher puristisch, punkten aber mit absolut freiem Blick auf den Rappahannock bzw. die Chesapeake Bay. Sogar unbebaute Grundstücke leisten sich manche.

Graue Hörnchen und rote Kardinal-Vögel kreuzen meinen Weg. Am blauen Himmel schwingt sich ein Fischfalke in die Höhe und kreist über den Bäumen, demonstriert eindrucksvoll die Spannweite seiner Schwingen. Ein zitroniger Duft steigt aus einem Busch auf, rosa und weisse Blütenträume entwickeln sich in den Gärten und bezaubern den Betrachter. Kein Mensch bewegnet mir zu Fuss, vereinzelt fährt ein Auto die schmale Strasse entlang und einmal kommt ein Fahrradfahrer

Die Wellen haben weisse Schaumkronen und rauschen laut ans Bayseitige Ufer, ein Segelboot liegt vor Anker und wippt heftig mit seinem Bug. Warum der wohl ausgerechnet da ankert?? Ob wohl von hier aus jemand unsere Positionslichter gesehen hat, als wir ankamen?

Stove Point selbst bleibt mir verwehrt. Die letzten Meter sind natürlich „Private property“ und auch wenn das Haus unbewohnt wirkt, halte ich mich an das Verbotsschild. Ich möchte ja nicht erschossen werden. Denn laut Erzählungen unserer Freunde fackeln die Amerikaner nicht lange, wenn es darum geht, ihr Eigentum gegen zudringliche Fremde zu verteidigen. Das Tragen von Schusswaffen sei hier gang und gäbe und der Gebrauch derselben ebenfalls. Also bleibe ich schön auf der Straße und wage nur ab und zu einen Blick über die Zäune.

Sein letzter Sommer unter Segeln?

Der Kran rollt an. In den Gurten hängt ein Segelboot. Weiss, schlank, hübsch anzusehen, mit einem traditionellen, schmalen Heck.  An sich ja noch nix besonderes. Auf der Ladefläche eines Pick-Ups  sitzend lässt ein älterer Herr die Beine baumeln. Gehüllt in einen weissen Sportanzug, Kapuze übern Kopf sitzt er da und schaut zu. Auch soweit noch nix besonderes.

Zwei auch nicht mehr ganz so junge Männer sind mit dem Kranteam zugange und halten die Leinen fest, als sich die Gurte lösen.

Dann kommt der älter Herr im hellen Anzug angetappert, links und rechts gestützt von zweien der Männer. Mühsam wird er an Deck gehievt, der Relingsdraht ist nicht niedrig und flexibel genug. Irgendwie schaffen sie es aber dann mit vereinten Kräften und der Herr steht an Deck. Schlurft langsam nach hinten, nimmt im Cockpit in einer Ecke am Steuerrad Platz.

Dann legt das hübsche Boot ab. Die beiden jüngeren Männer stehen an Deck, handeln die Leinen. Die Kommandos kommen von hinten. Das Gross geht hoch und dann segeln sie langsam aus der Fishingbay.

Soweit so immer noch nicht etwas Besonderes?

93 Jahre ist der Herr am Ruderrad. Es werde wohl sein letztes Jahr an Bord seines Schiffes sein, meint der Kranführer. Krank sei er nicht, aber halt alt und gebrechlich - und letzteres unübersehbar.

Aber wenn er sitzt, so am Ruder seines Schiffes, dann sieht man das nicht. Dann ist er noch fit und steuert sein Schiff souverän an anderen Schiffen vorbei und bringt es auf Kurs.

Und vielleicht ist es ja doch nicht sein letztes Jahr an Bord, sein letztes Jahr unter Segeln.

Nachdenklich und lange schaue ich dem Boot hinterher. Und hab das Gefühl, selbst alles richtig gemacht zu haben. Richtig entschieden zu haben, als es darum ging, ob ich wahnsinnig sei, mit einem Schlaganfallpatienten von Kolumbien weg zu segeln. Es war vielleicht etwas wahnsinnig, aber muss man das nicht manchmal sein?

Und die Erfüllung von Träumen, auch die anderer, das gibt uns doch immer ein gutes Gefühl.

Gut eingemummelt sitzt er da, Blick hoch ins Segel, während vorne auf dem Deck seine jüngeren Begleiter die Decksarbeiten übernehmen

Gut eingemummelt sitzt er da, Blick hoch ins Segel, während vorne auf dem Deck seine jüngeren Begleiter die Decksarbeiten übernehmen

Andersrum

Sonntag

Unser 3. Sonntag hier in der Fishingbay. In Deutschland feiert ein Teil der Familie Kommunion. Was uns aber bislang nicht bewusst war, mit kirchlichen Daten (und anderen) haben wir es irgendwie nicht so.

Was macht man an so einem Sonntag in der immer noch sehr ruhigen Marina? Man nimmt das Dinghi mal an Deck, bastelt Fallen von den Vorsegeln ab, tüdelt die Rettungsleinen ab, die sich von achtern bis zum Bug ziehen und irgendwie ziemliche Dreckfänger darstellen. Und als der Arbeitsdrang beendet ist, fängt die Bordfrau das Kochen an.

Prompt ist das Gas alle. Lange erwartet und gewissermassen herbei geredet ist es also jetzt soweit: die Gasflasche muss gewechselt werden. Bis dato war das immer die Aufgabe des Skippers. Für die Frau an Bord war die Gasangelegenheit ein Buch mit mehreren Siegeln, die sie nie zu öffnen wagte. Schliesslich kommt zu Hause das Gas komfortabel von irgendwoher, nachfüllen und Flaschen wechseln entfällt da. Jetzt aber heisst es geduldig am Herd ausharren, bis die Flasche gewechselt ist und von achtern der Ruf erschallt „probier mal, ob Gas kommt“. Immerhin: wir haben 2 richtig gut volle Gasflaschen zur Verfügung, es kann also los gehen, der Skipper eilt nach achtern und öffnet die Kiste. Wobei ihm natürlich erstmal so einiges an sonstigem Kram in die Finger bzw. aus denselbigen fällt. Ich harre derweil geduldig im Schiffsinneren aus.

Leider kommt aber erstmal ausser diversen Flüchen nix in der Pantry an. Gefühlte Stunden später (aber auch nur gefühlt) kommt die suggestive Frage an den Skipper „soll ich Dir helfen???“. Ein verstimmtes „Ja, bitte“ lässt mich also den Beobachtunsposten am Herd verlassen und die Gaskiste inspizieren.

Von Hand lässt sich natürlich da nix machen. Also nochmal nach unten turnen und den passenden Schlüssel suchen. Ein 22er sei es meint das massgeschulte Auge des Skippers. Wir haben 2 von dieser Grössse in der Werkzeugkiste und komischerweise passt nur der eine, der mit dem vielen Rost und die zarten Bordfrauenhände natürlich im null Komma nix verschmutzende. Was ist jetzt an dem anders?? Hat der Rost vielleicht einen Nanomillimeter weg geätzt sodass der Schlüssel auf die Mutter passt???? Dinge, die sich mir nie erschliessen werden.

„Du musst andersrum drehen“. Aha, wie definiert man jetzt andersrum? Normalerweise dreht man links herum auf, rechts herum zu. Andersrum müsste dann also - genau, andersrum zum Erfolg führen. Also drehe ich andersrum und siehe da, es bewegt sich was. „Wer hat das Ding eigentlich fest gezogen??“ Ja, muss doch fest sein, sonst könnte ja Gas austreten. Das leuchtet auch mir ein, wollen wir nicht. Mein „nach fest kommt ab“ wird geflissentlich ignoriert und irgendwann sind Gasflasche und Ventil samt Druckminderer, Schlauch und was da noch so alles dranhängt, voneinander getrennt. Das hätten wir schon mal.

Der vermeintliche leichtere Teil, die volle Flasche mit dem ganzen Gerödel zu verbinden, scheitert erst einmal am Gewinde der neuen Flasche. Das will partout keine Verbindung mit dem Rest eingehen. „Du musst andersrum drehen“ …. wie jetzt, andersrum?? Wenn doch beim trennen „andersrum“ hiess, das ich nach rechts drehe und das zum Erfolg führte, dann muss ich doch jetzt ergo nach links drehen oder doch andersrum??? Ist das jetzt ein anderes Ventil, brauche ich dafür einen Adapter??? Der Skipper legt seine eine, einsatzbereite Hand an. Was natürlich auch nicht zum Erfolg führt. Er flucht - „geh mal weg, lass mich nochmal“. Es fängt das regnen an, leicht tröpfelnd, aber unangenehm, also ist Eile angesagt. Unter Druck kann ich am besten arbeiten und so drücke, schiebe und drehe ich bis es irgendwie passt. „Hast Du das auch gerade eingedreht??“ Schlüssel ansetzen, festziehen bis zum ächzen, probeweise aufdrehen - nix zischt, nix riecht - geschafft.

Probedrehen am Herd: et Gas kütt! Super. Frau wächst ja bekanntlich an ihren Aufgaben. Gut, das sich das nicht in Körpergrösse ausdrückt, dann müsste ich eigentlich mittlerweile so um die 2 Meter sein. Was wiederum bedeuten würde, das ich mir täglich mehrfach irgendwo im Schiff den Schädel anhauen würde. jetzt hab ich mir aber wirklich das Füsse hochlegen verdient und kann entspannt dem Heulen des Windes in den Riggs lauschen. Kühl ist es wieder geworden, windig und etwas regnerisch. Auch hier in der Fishingbay macht der Frühling nochmal eine kurze Pause.

Autos Autos

aussen pfui, innen hui!

Das ist mal ein Motörchen! Und hier kann man fast schon sagen: aussen pfui, innen hui!

1930er Cadillac

Und von dem sind wir alle total begeistert: 1930er Cadillac

W

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Ein Studebaker! Der Inbegriff des Detektivfahrzeugs (zumindest für mich) Leider bekomme ich das Bild nicht gedreht, also bitte Laptop drehen!

Ein Studebaker! Der Inbegriff des Detektivfahrzeugs (zumindest für mich) Leider bekomme ich das Bild nicht gedreht, also bitte Laptop drehen!

Derzeit suchen wir ja nach einem gebrauchten Auto, mit dem wir das Land etwas besser erkunden können. Da passt es grad irgendwie dazu, dass etwas ausserhalb von Deltaville eine Classic Car Show stattfindet. Von 10-14 Uhr, ein überschaubarer Zeitraum. Die Kassiopeia-Crew unterbricht ihre Schleifarbeiten und wir lassen uns gerne beim Nichtstun unterbrechen und so geht es wieder einmal zu viert aus Deltaville raus. Nur wenige Meilen weiter stehen auf einer grossen Wiese vor Friedhof und Kirche zahlreiche chromblitzende Fahrzeuge. Links die Oldtimer - rechts die Besucherfahrzeuge.

Das volle Programm bekommen wir zwar nicht mehr mit, dafür sind wir schon etwas spät dran, aber für ein paar Fotos und kurze Gespräche mit den stolzen Besitzern reicht es allemal. Und das alles bei kurze-Hose-Tshirt-Wetter, was will man mehr!

Den MG würd ich wohl nehmen

Den MG würd ich wohl nehmen

von aussen sieht man es diesem Fahrzeug nicht so wirklich an, was sich unter der Motorhaube versteckt

von aussen sieht man es diesem Fahrzeug nicht so wirklich an, was sich unter der Motorhaube versteckt

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