Monats-Archiv Januar, 2013

Hablamos espanol? Von Umzuegen und Spanischkursen

Es geht doch nichts ueber eine Schiffschaukel. Sanft wiegt sich unser Schiff die Nacht ueber auf und ab. In unserer Heckkabine laesst es sich dabei gut schlafen. Die Nacht ist kurz, erst nach Mitternacht sind wir in der Koje – nach einem schoenen Abend mit leckerem Essen an Bord der Voodoochile.

Wieder einmal hat der Wind gegen Morgen nach gelassen. Die niederlaendischen Nachbarn schraeg gegenueber ziehen um! Die schwellige Aussenseite des Steges ist nicht nach ihrem Geschmack und da es am Samstag Windtechnisch so richtig zur Sache gehen soll, haben sie im Office gestern nachgefragt, welche Plaetze innen frei sind. „Leider“ belegen sie nun den von uns ausgeguckten Platz Nr. 8. Da 6 und 7 aber auch noch zu haben sind, klaere ich mit einem kurzen Gespraech ueber VHF Kanal 9 mit Vanessa vom Office unseren Umzug. Denn auch wir finden Platz Nr 17 nicht immer spassig und unsere Festmacher leiden auch stark.

Der Skipper ist zufrieden mit dem neuen Liegeplatz

Der Skipper ist zufrieden mit dem neuen Liegeplatz

Die Marineros lassen auf sich warten. Und Werner steht an Deck und wartet auf die Marineros. Als die erstmal fuer einen Kaffee in der Marina-Bar entschwinden, packen wir den Umzug halt ohne deren Hilfe an und loesen die letzten Leinen an Platz 17.

Nur 2 Minuten spaeter sind wir in der Box mit der Nummer 7 wieder fest. Hans und Susan von der Sobat Kras nehmen unsere Leinen an. Einziges Hinderniss bei der ganzen Aktion: Werner hat vor lauter Baum den Steg nicht gesehen und ich musste ihn lotsen. Das Bugstrahlruder hat aber das etwas verspaetete einschwenken nach Backbord noch gut korrigiert. Ohne Probleme legen wir an. Fender und Leinen koennen wir praktischerweise lassen, wie sie waren, auch hier liegt der Fingersteg an unserer Steuerbordseite.

Jetzt noch das restliche Geroedel wie Farbeimer, Dieselkanister und Spibaum umraeumen, die Kuchenbude wieder hochklappen und schon sind wir fertig. Puenktlich zum heute arg verspaeteten Fruehstueck scheint die Sonne und ueberhaupt ist es heute wieder spuerbar waermer. Stefan gratuliert uns von oben zum neuen, schoenen Liegeplatz. Wie praktisch: jetzt sehen wir immer unsere Besucher und koennen ganz fix die Tuer oeffnen gehen. Ueberhaupt sind die Wege nun deutlich kuerzer geworden.

Mit der ganzen Aktion haben wir es immerhin geschafft, den kompletten Vormittag zu verbringen.Die Bewoelkung loest sich auf, eigentlich noch ein ganz guter Tag, um zu schleifen oder vielleicht doch eine Fahrt nach Tarifa zu machen? Hm, wir sind – wieder mal – etwas unentschlossen. Ich mache also noch etwas Buerokram: Ueberweisung online vornehmen, die Yacht Ausgabe 19 mit dem Bericht ueber das tragische Fastnet-Race endlich scannen, hin und her raeumen. Es sieht aber immer noch arg nach Baustellenschiff aus. Macht aber nix – solange die Pantry benutzbar und die Kojen frei sind!

Coni und Stefan ueberreden uns muehelos zu einem Besuch im Cafe Modelo. Darueber vergessen wir dann glatt die fuer heute vereinbarte erste Spanischstunde! Michael erinnert uns per Handy daran und so schaffen wir es mit einer knapp halbstuendigen Verspaetung doch noch, am „Unterricht“ teil zu nehmen. Mir kommt alles spanisch vor. Ich verstehe knapp die Haelfte und Verben konjugieren find ich eh gruselig und selbst der Vino blanco lockert meine Zunge nicht. Aber da muss Frau durch. Und wir lachen auf jeden Fall viel. Morgen werde ich definitiv Vokabel und Verben lernen und die Selbstlern-CD’s endlich ins Laptop packen! Vielleicht hilft es ja doch was.

Jetzt geniessen wir erstmal unseren neuen, ruhigeren Liegeplatz und die Tatsache, dass wir nach wenigen Schritten auf dem Steg schon unser Zuhause erreicht haben….was man sich ueber so Kleinigkeiten doch freuen kann!!!!…Dabei faellt mir grad noch auf, dass ich hier auch nicht mehr das nervtoetende “Kling-Kling-Kling” hoeren kann, das vom Fall eines ganz aussen liegenden, unbewohnten Schiffes fast jede Nacht durchgaengig erzeugt wurde :-)

Neue alte Aussicht - auch die Perspektive auf den Berg ist leicht veraendert

Neue alte Aussicht - auch die Perspektive auf den Berg ist leicht veraendert

Epoxy und Estepona

Wider Erwarten regnet es heute frueh nicht! Der Wind hat ueber Nacht nach gelassen. Trotzdem habe ich mehrere Stunden hellwach in der Koje gelegen, gelesen, den Himmel ueberm Luk und die Nachtflugaktivitaeten der einheimischen Moewen beobachtet.

Der Skipper hadert mit dem Wetterbericht und der Realitaet draussen. Angekuendigt ist fuer heute Regen! Die Wolken sind aber sogar etwas aufgelockert, die Sonne blinzelt gaaaanz weit hinten mal durch. Soll er oder soll er nicht….. er will und er wagt es, mischt sich Epoxy an und schwingt den Pinsel. Das restliche Deck wird mit Epoxy ueberzogen. Grad hat er damit begonnen, steht Uli am Schiff, startklar fuer die konspirative Gasflaschenfuellaktion in Estepona. Das Date mit dem “Gasmann” (den Namen kennt keiner) ist fuer 11 Uhr anberaumt. Kurz entschlossen ueberlasse ich Werner seinem Epoxy-Schicksal und fahre mit Uli & Peer nach Estepona.

Der Gasmann ist auch ziemlich puenktlich, kreuzt dieses Mal allerdings nicht mit dem Motorrad auf, sondern mit einem Gelaendewagen. Typisch hollaendisch sehe er aus, meint Peer.  Und Uli findet ihn “gut aussehend”, was Peer skeptisch zur Kenntnis nimmt. Wir nutzen die Wartezeit von einer guten Stunde fuer einen Bummel durch die Innenstadt von Estepona und suchen zum Aufwaermen ein Kaffeehaus auf. Tostadas mit Olivenoel und Tomatenmus plus Cafe con leche und einen frisch gepressten Orangensaft fuer die Damen, Cafe con Leche plus ein Croissant fuer den Herrn. Zackig vergeht die Stunde und wir muessen zum Uebergabeparkplatz am Yachthafen. Wieder ist der Gasmann puenktlich und zum Kurs von 40 Euronen geht die gefuellte 13 KG Plastikbuddel wieder in Peers Besitz ueber. So kann man den Tag auch verbringen konstatiert Uli.

Flamengoschuhe in Groesse 32,34? Auf jeden Fall recht klein!

Flamengoschuhe in Groesse 32,34? Auf jeden Fall recht klein!

 

-)

Und die passenden Kleidchen haengen auch gleich dabei. Da braeuchte ich dann auch 2 - fuer jede Seite eines :-)

Innenstadt/Altstadt von Estepona

Innenstadt/Altstadt von Estepona

Estepona

Estepona

17:39 - waehrend Algeciras und die Bucht nun doch langsam in grauen Regenschleiern versinken, freut sich Werner: “was bin ich froh, dass ich das Epoxy heute frueh noch fertig gestrichen habe!” Und wie froh bin ich erst! So ist das Thema jetzt vorerst durch und wir koennen entspannt die angekuendigte Schlechtwetterperiode aussitzen!

Auszeit

Es weht und der Wind nimmt zu. Wir koennten uns ein paar Plaetze weiter nach innen verlegen. Aber unser Deck ist noch nicht richtig durchgetrocknet. Also werden wir die naechsten Tage bei vorhergesagtem Regen und Wind bis zu 8 Beaufort am bisherigen Platz verbringen.  An den beiden offerierten Plaetze ist es doch um einiges ruhiger, aber die sind sicherlich auch am Wochenende noch frei, so rege ist die Nachfrage zur Zeit grad nicht.

Wir schieben Lage in den Festmachern. Bei den Nachbarschiffen reisst eine Leine oder rutschen die Fender auf den Ausleger. Da grad niemand an Bord ist, leisten wir zusammen mit Carlos von der Gryphos aktive Nachbarschiffshilfe und richten, was zu richten geht.

Uns selbst genehmigen wir dann eine Auszeit in der Marina-Bar wo schon Uli & Peer, Uschi & Michael ausharren und mit Pepe, dem Wirt schaekern. Weiter geht es zur Post, unsere Briefwahlunterlagen auf den Weg bringen. Die Aktion dauert erstaunliche 2 Minuten!! Wir sind begeistert. Dafuer muessen wir in einen Tabakladen, um Briefmarken fuer zukuenftige Postkarten und Briefe nach Deutschland zu erwerben. Die sind 5 Cent teurer als der Stempel vom Postamt, dafuer hat man sie halt zur Hand und muss nicht lange auf dem Postamt anstehen. Leider hat der Tabakladen (im Cafe OKAY) bis 17 Uhr geschlossen. Wir wandern also etwas durch die Gassen von La Linea und goennen uns einen Kaffee im Lieblings-Cafe Modelo. Auf dem Rueckweg muessen wir uns ganz schoen gegen den Wind stemmen und dem Skipper ist so richtig kalt.

An Bord verzieht er sich daher auch gleich in die Koje. Eine Waermflasche (nein, nicht ICH!) und ein heisser Kakao folgen. Die Wettervorhersage fuer die naechsten Tage laesst mich ebenfalls froesteln. An streichen (egal, ob Epoxy oder Farbe) wird definitiv nicht zu denken sein!

Und jetzt mach ich erstmal den Kartoffeln Feuer unterm Topfboden!

 

 

Klebeaktion

Einmal Schiff kunstvoll mit Klebeband abkleben derweil Werner mit Feudel und Verduennung Meter macht. Danach kommt dann der Epoxy-Eimer zum Einsatz…. Langsam wird mein Skipper nervoes, uns rennt die Wetter-Zeit etwas davon. Morgen nochmal schoen, dann soll wieder eine Regenfront und vor allem: seeehr viel Wind kommen!

Und kaelter soll es werden. Das Zeugs, was wir da aufs Deck pinseln, haette aber schon gerne so mindestens 15°C, sonst trocknet es arg schlecht.

Jedenfalls sind wir jetzt erstmal durch damit. Knie und Ruecken schmerzen. Und ob wir das auch alles richtig und gut gemacht haben, wird sich erst beim naechsten grossen Reger oder dem naechsten Toern zeigen.

Mittlerweile unken wir schon: uns wird’s Schifferl wohl noch aushalten, aber ob wir sie dann noch vererben koennen…?!

 

Jetzt geht es erst mal mit dem Leihwagen zum Grosseinkauf. So langsam bekommen wir Yoghurt, Muesli und sonstigen Notstand :-)

Regen, Wind und Epoxy….

….vertragen sich nicht so wirlich! Frust in den fruehen Morgenstunden: Matratze und Bettzeug sind durchweicht - natuerlich an meinem Fussende! Das neu geschaffene Loch hatten wir zwar gestern noch abgedeckt, aber dem Regenschauer war dieses Provisorium wohl nicht gewachsen.

Ich nehme das zum Anlass, meine saemtlichen (in dekorative Muellbeutel gehuellte) Pullover, Hosen und Shirts aus dem Schapp zu kramen, alles auszuwischen und durch zu saugen. Kein Wunder ,dass ich schlecht schlafe: Auf dem Bettlaken finden sich unzaehlige, pieksende Holzstueckchen!

Auch in anderen Schapps hat es durch die Klampenbohrungen geregnet. War ja klar! Stefan meint, sei doch nicht so tragisch, wuerde ja alles nach unten in die Bilge laufen. So hab ich das noch gar nicht gesehen.

Obwohl der Regen aufgehoert hat und die Sonne scheint, ist das Arbeiten heute schwierig. Es ist deutlich kuehler geworden, der Wind weht kraeftig aus WNW, in Boen um die 25Knoten. Alles schaukelt, sogar der englische 28Tonner uns gegenueber wippt ordentlich am Steg. Dagegen liegen wir ja fast ruhig! Werner weht es das Epoxy vom Pinsel und ich muss das Ipad gut festhalten als ich versuche, die Szenerie filmisch einzufangen.

Auf dem Vorschiff wird am Bug ein Probestueck mit Epoxy eingeschmiert. Das ist auch Stunden spaeter noch ziemlich feucht. Hmmm, ob da irgendwas nicht so ganz in Ordnung ist? Ob er denn auch Haerter beigemischt habe, wird der Skipper gefragt. Hat er, sogar etwas mehr wie eigentlich notwendig. Vielleicht zu viel des guten?

However, er klebt die einzelnen Lagen des Bootsbausperrholzes ins Loch ueber meinem Kleiderschapp. Drinnen wird es wieder dunkel. Sieht man das Elend wenigstens nicht mehr :-)

so geht der Tag vorrueber und so wirklich viel geschafft haben wir nicht. Die angekuendigte zweite Regenfront in der kommenden Woche wird an diesem Status wohl auch nicht allzuviel aendern. Gut Ding braucht eben Weile.

    

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